Warme Herzen, kalte Erde

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Seifenkraut braucht Frost, wenn es wachsen soll. Ein Tütchen Samen hatten wir noch vom letzten Jahr, als wir den Frost verpasst haben. Seifenkraut heißt in der Sprache der Frauen Ciuin und man kann es zu einer Süßigkeit verarbeiten. Vielleicht schaffen wir das. Omas Halvitza.

Grade hatten wir auch Besuch, Museumsdamen. Die finden, dass die Bekanntschaft mit uns Gartenfrauen vielleicht wichtiger sein könnte, als eingerahmte Weisheiten über fremde Völker.

Warme Herzen, eiskalte Erde, ein Hauch von halvitzasüßem Frieden zwischen Roma und Gadsche.

Außerdem sprießt der Feldsalat schon ganz ansehnlich. Das Gartenjahr beginnt gut!

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Bienen- und Läuserestaurant… mit Mäuseimbiss

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In diesem Jahr haben wir ein gut gehendes Bienenrestaurant eröffnet: Der Salbei hat geblüht, inzwischen steht Borretschblüte auf der Speisekarte. Auch eine andere Klientel ist eingefallen: Unser Dill – den wir zum Krauteinlegen nehmen wollten – ist Opfer des Läusehungers geworden. Ganz zu schweigen von den Zwiebeln… vor allem die roten haben, so hoffen wir immerhin, die Mägen von Menschen und Mäusen gefüllt, die heimlich stibitzt haben. Sie sind nämlich verschwunden…

Und weil alles so schmackhaft ist, hat sich in der letzten Woche mit viel Tamtam ein neuer Bienenschwarm in der Gartenimkerei eingefunden und die Läuse sind jetzt Dauergast. Sehen wir mal, ob wir noch dazu kommen, das ein oder und andere zu unseren eigenen Zwecken zu verarbeiten.

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Im Märzen die Frau ihre Beete verschraubt…

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Vier neue Hochbeete im Halbschatten… vielleicht Basilikum? Auf jeden Fall Melde!

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Fenster zum Glück

IMG_0793 Auf den Fensterbänken erwachen rumänische Tomaten im deutschen Exil. Wir wünschen ihnen einen warmen Sommer und gute Gießer…

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Frühling macht schwarze Hände

Ende Februar trafen wir uns zum ersten Mal wieder, wickelten unsere rumänischen Tomatensamen von Tante Pepina aus den Zeitungsfetzen, ebenso die Kürbissamen und zupften Melde- und Koriandersamen von den Stengeln vom letzten Herbst. Nun haben wir Eierkartons und torffreie !!! Anzuchterde an alle verteilt und auf allen Kühlschränken und Schränken werden bald Tomatenpflänzchen sprießen. Außerdem haben wir heute „arpagic“ gesteckt. Rote und braune Steckzwiebelchen – ebenfalls von Tante Pepina aus Rumänien. Im Beet mit den Brennesseln war noch genug Platz. Und alle hatten am Ende schwarze Hände. Auch die Kinder, die je nach Alter die Zwiebeln mit ein- oder wieder ausgruben. Und heute außerdem entdeckt: die Estragonsprosse. Wir sind zufrieden.

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Deutsche Frauen und Brot

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Weil im Winter im Garten nicht viel zu tun ist, außer spazieren und frieren, ziehen wir uns in die Küche zurück und backen Brot.

Im Sommer haben die Frauen Toastbrote mitgebracht, mit Salami belegt und unter dem Sauerkirschbaum verspeist. Gleich dachten wir, ein besseres Brot muss her, Toastbrot ist nicht gesund und schmeckt nicht mal halb so gut wie unser Joghurtbrot.

Während wir Deutschen den Teig kneten und erklären, wie es geht, kichern die Frauen und Vivi sagt heimlich auf Romanes zu ihrer Schwägerin: „Was zeigen die mir da, wo ich doch mein Leben lang Brot gebacken habe?“ Ich bekomme ihren Satz übersetzt und lache: „Lasst es uns euch zeigen, dann fühlen wir uns gut! Und schmecken wirds euch schon.“

Wir schlagen den Hefeteig und die Frauen nicken anerkennend, wir deutschen Frauen wissen also doch ein bisschen was vom Backen. Das Brot servieren wir mit Kräuterquark. Quark? Dafür gibt es keine Übersetzung. „Kostet einfach“, sage ich und lehne mich mit einer köstlichen Schnitte zurück und lasse das Sprach- und Kulturmitteln einfach für heute sein.

Am Ende sagen die Frauen: „Schmeckt uns gut. Und sogar den Kindern. Und es macht satt.“ „Satter als Toastbrot?“ „Klar, satter“, sagt Vivi und sieht aus, als könnte sie kein Wässerchen trüben.

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Verkleideter Fenchel

CIMG6300 Die Frauen glauben, sie haben Dill im Beet gefunden. Es ist aber Fenchel. Die Knollen sind so mager, dass sie eigentlich gar nicht da sind. Violeta nimmt ihn mit und kocht ihren Kindern Tee gegen Bauchschmerzen und Bronchitis. Wir lesen nach, dass ein Fenchelbad abgehobene Leute wieder auf den Erdboden bringt. Brauchen wir nicht. Die Erde hat uns.

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